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Nicht die Fleischindustrie ist das Problem, sondern der Niedriglohnsektor!in 4 Minuten gelesen

Jetzt ist der Fleischproduzent „Tönnies“ in den Mittelpunkt der Skandale um die Fleischindustrie gerückt. Aber nur wenige dieser Skandale zeigen die wahre Ursache: der Niedriglohnsektor und dessen Fehlentwicklungen wie im Fall Tönnies. Ein Kommentar von Penelope.
 Wirtschaftsthemen  

Schon wieder ein Skandal in der Fleischindustrie, dieses Mal in einer viel größeren Dimension. Und nein, die Fleischindustrie ist nicht der alleinige Schuldige an diesem Skandal. Auch nicht ein paar schwarze Schafe. Schuld ist das grundlegende Systemproblem der Weise wie unsere Lebensmittel hergestellt und verkauft werden, sowie allgemein die Art der Entlohnung harter Arbeit in Deutschland.

Die Corona-Krise hat uns nicht nur die systemrelevanten Berufe aufgezeigt, sondern auch deren schlechte, ungerechte Bezahlung. Der Niedriglohnsektor hat sich in der Masse verbreitet, aber dafür war dieser Sektor ursprünglich nicht geplant. Selbst die Minijobs waren nicht dafür gedacht, damit leben zu müssen.

Jetzt zeigen alle auf den Fleischproduzenten „Tönnies“ und auf die Missstände in der Fleischproduktion, aber was lernen wir daraus und was müssen wir anders machen?

Erstens müssen alle Unternehmen volle Verantwortung für ihr Handeln übernehmen. Mit dem Finger auf einen Subunternehmer zu zeigen, geht gar nicht, wirklich nicht. Verantwortungslose Unternehmen müssen in der Öffentlichkeit klar bestraft werden und müssen Angst haben, ihre Produkte durch ihr fragwürdiges Tun nicht verkaufen zu können.

Zweitens müssen Werkverträge bis Ende 2020 in der Lebensmittelindustrie verboten werden. Wir brauchen einen Wandel im deutschen Lebensmittelhandel. Da geht es um mehr als nur um das Fleisch.

Drittens sollte man den Vorschlag der Grünen, einen Mindestpreis für Fleischprodukte einzuführen, ernst nehmen und in diese Richtung etwas unternehmen. Immerhin geht es hier auch um das Tierwohl und dann esse ich halt weniger Fleisch, aber dafür verdienen die Landwirte und Mitarbeiter in der Fleischproduktion wieder anständig, so wie es vor vielen Jahrzehnten in Deutschland normal war.

Und wie gesagt betrifft es nicht nur die Fleischindustrie. Der Niedriglohnsektor hat sich in so vielen Bereichen verbreitet, wo man eigentlich von einer gut bezahlten Arbeit ausgehen sollte. Vor der Corona-Zeit ist es nicht aufgefallen, da die Unternehmer notfalls auch aus Osteuropa ihre Mitarbeiter gefunden haben. Nun fehlen diese Menschen und wer länger in Deutschland lebt, macht für einen Mindestlohn keine harte Arbeit mit.

Allgemein verstehe ich nicht, wieso die harte Arbeit so schlecht bezahlt werden muss. Wo ist die Wertschätzung der Arbeitgeber bezüglich der Leistung der Arbeitnehmer? Wo ist der gerechte Wert des Produktes wie die Ernte von Erdbeeren? Wieso muss alles so billig sein? Wieso werden systemrelevante Berufe meistens schlecht bezahlt?

Die Corona-Zeit zeigt uns in mehreren Hinsichten ganz klar auf, wo wir dringend handeln müssen. Wir können daraus lernen und „nach Corona“ eine bessere Gesellschaft und Wirtschaft haben, oder wir werden eine größere Schere zwischen Arm und Reich erreichen.

Daher: Verbieten wir die Werkverträge sowie unnötige Subunternehmer und führen eine wirkliche Unternehmerverantwortung ein. Sorgen für einen fairen Mindestpreis für gewisse Grundlebensmittel wie die Milch und das Fleisch.

Sorgen für einen gerechten Mindestlohn: Wer hart arbeitet, soll auch entsprechend entlohnt werden. Da sind doch 11 Euro die Stunde nur berechtigt und allgemein jeder, der unter 12 oder 12,50 Euro die Stunde arbeitet, wird automatisch als Rentner vom Staat leben müssen, das geht auch nicht. Daher sollte man den Mindestlohn in die Nähe von 12 bis 12,50 Euro bringen, damit man sich auch wirklich hocharbeiten kann!

Wir haben die Wahl und Möglichkeit nun zu handeln. Wenn nicht, werden populistische Parteien wie die AfD mehr Zulauf erhalten und unsere Gesellschaft ins Negative verändern. Wollen wir das? Wollen die Union und FDP das? Bestimmt nicht!

Noch eine Anmerkung: Die Unternehmer tragen auch Verantwortung, wenn es um ihre Mitarbeiter geht. Mitarbeiter müssen so viel verdienen, dass sie damit auch im Rentenalter gut leben können. Ansonsten sollte man als Unternehmer aufhören!

Vom 12. bis 17. Jahrhundert war der hanseatische Kaufmann ein großes Vorbild in Deutschland gewesen. Wie wäre es, wenn wir diese Tugend im Unternehmertum wieder zum Standard der deutschen Wirtschaft setzen statt den Niedriglohnsektor? Den können wir gerne mit all den Nachteilen unseren Feinden exportieren.