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Das Aussterben der Kultur- und Clubszene hat begonnenin 6 Minuten gelesen

Der Kultur- sowie Clubbetrieb Halle02 außer „kleine Freiheit“ wird es in Heidelberg in Zukunft nicht mehr geben. Das Aussterben der Kultur- und Clubszene hat begonnen und die Schuld dabei trägt die Politik! Ein Kommentar von Penelope.
 Heidelberger Themen  

Am Montag kam die erschreckende Meldung, ausgerechnet der größte Club sowie Kulturbetrieb in Heidelberg wird es nach Corona nicht mehr geben, man konzentriert sich ab sofort nur noch auf Business-Events wie Weihnachtsfeiern, auf Hochzeiten, auf Tagungen und Konferenzen. Heidelberg verliert somit in ihrem neuem Vorbildstadtteil Bahnstadt ausgerechnet einen sehr wichtigen Kulturbetrieb.

Nur „kleine Freiheit“ wird es weitergeben, wie man heute auf der Facebook-Seite nachlesen konnte und ist somit eine kleine positive Nachricht. Und stimmt auch, ist ja rechtlich eigentlich nur ein Biergarten. Grins.

Dabei haben die Geschäftsführer und Halle02 in den letzten Wochen sehr oft in Richtung Politik und Öffentlichkeit vor den Problemen der Kulturbranche gewarnt, aber es wollte keiner hören.

Aber vielleicht wird es Halle02 eines Tages wieder geben, denn der Geschäftsführer sagt folgendes: „einer Perspektive, diese Hürden zu überwinden und in neuer Form zurückzukommen! Das können wir jedoch nicht aus eigener Kraft, aber wir fühlen uns mitverantwortlich, einen konstruktiven Prozess zu initiieren und engagierte Partner dafür zu finden.“ Und in der Rhein-Neckar Zeitung kam die Aussage, dass es vielleicht in 5 Jahren wieder die Halle02 geben könnte. Defacto wird es also kein Halle02 geben, wenn die politische Lage so bleibt!

Das Hauptproblem der Branche ist die nichtexistierende Planbarkeit des Geschäfts. Die Bundesregierung hat mit einer Milliarden Euro ein aktuelles Hilfsprogramm für die Kulturszene aufgelegt. Dieses Paket läuft aber nur bis Ende August.

Während allein die Lufthansa 9 Milliarden Euro erhalten hat und somit finanziell wieder auf sicheren Boden ist. Dazu kann man nun in Europa wieder seinen Urlaub sorgenlos machen, wenn man nicht gerade aus dem einem NRW-Landkreis kommt. Aber in der Kulturszene herrscht immer noch die Unsicherheit, wann man endlich wieder starten kann und wie gesagt die fehlende mittelfristige Hilfe des Staates.

Wenn ich ehrlich bin, ist es nicht nur ein Versagen der Politik, sondern mal wieder ein Beweis, dass die Interessen der jungen Menschen in der Politik keine große Bedeutung haben. Die große Koalition hat schon damals gegen die junge Generation neue Belastungen beschlossen. Ob in Renten- oder Klimapolitik, es wird immer nur auf die ältere Generation geschaut.

Was ich nun als junger Mensch von der Landes- und Bundespolitik erwarte?

Das man das Aussterben der Clubs und Kulturszene verhindert. Diese Branche braucht JETZT klare Antworten von der Politik. Wann kann man wieder in geregelten Bahnen aufmachen? Sind staatliche Hilfen bis Ende 2021 möglich? Wenn ja, können diese als nächstes Hilfspaket bis Ende August 2020 für ab Anfang September 2020 beschlossen werden? Wäre eine dauerhafte Reduzierung der Mehrwertsteuer auf Getränke in den Clubs möglich?

Wenn die Politik auf Landes- und Bundesebene nicht in den nächsten Wochen die Weichen in der Kultur- und Clubszene stellen wird und somit auch für Antworten sorgt, wird es ab Herbst eine große Insolvenzwelle in der Club- und Kulturszene geben.

Sollten viele Clubs und Kulturbetriebe zu machen müssen, werden nicht nur viele Mitarbeiter ihre Arbeit verlieren, sondern auch die jungen Menschen einen wichtigen Teil ihres Freizeitlebens. Allein in  Halle02 geht es um 30 Festangestellte, 80 studentische Aushilfen und um die ganzen Freiberufler/Partnerunternehmen, die durch Halle02 ihr Verdienst machen.

Und ich bin mir sicher, dass wir dann nicht nur Demos für eine bessere Klimapolitik von der jungen Generation haben werden, sondern dann auch Demos für den Erhalt bzw. die Rettung der Clubs sowie Kulturbetriebe.

Am Ende wird ein kleineres Angebot in der Club- und Kulturszene nur für eins sorgen, dass dieses kleinere Angebot auf eine größere Nachfrage für entsprechende teurere Preise auslösen wird.

Und die heutige Aussage von Söder sagt auch alles über die Politik aus. Er sagte nämlich: „Das dauert. Denn da ist die Ansteckungsgefahr einfach mit am höchsten. Aber sie können ja zum Beispiel zu Hause mit Ihrer Partnerin tanzen.“

Übersetzt heißt das: Die Club- und Eventszene ist ihm scheiß egal. Sind ja nur viele einzelne Arbeitsplätze mit unterschiedlichen Existenzen, die durch die Politik vernichtet werden. Eine ganze Branche wird glatt ignoriert und somit besonders die junge Generation, da sie – wie ich – keinen Ort mehr zum Feiern haben sowie um neue Leute kennenlernen.

Denn nicht jeder hat einen Partner bzw. viele Freunde, so wie ich. Ich vermisse schon jetzt das Tanzen und außerhalb der Clubs ist es schwer neue Leute unbeschwert zu begegnen. Herr Söder, ich habe nämlich keine Partnerin oder Freundinnen, mit denen ich privat tanzen kann. Und ist es nicht ironisch? Ich bin in die jüngste Stadt Deutschlands gezogen – nämlich nach Heidelberg – und statt nun viele junge Leute nach 3 Monate zu kennen, bin ich immer noch privat eher halb sozial isoliert. DANKE für nichts!

Wir junge Menschen dürfen uns nicht von der Politik hängen lassen, wir müssen JETZT unsere Stimme erheben oder wir werden schneller in die neue Zukunft mit viel weniger Kulturbetriebe und Clubs sein, als wir es uns vorstellen können.