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Eine bitter notwendige Wohnwende in Heidelberg muss her!in 4 Minuten gelesen

Vor Kurzem berichtete die ARD-Sendung „Panorama“ über die Wuchermieten in Heidelberg und es muss mal klar gesagt werden, dass noch zu wenig für eine notwendige Wohnwende in Heidelberg getan wird. Ein Kommentar und Diskussionsaufruf von Penelope!
 Heidelberger Themen  

Ich wohne nun knapp über vier Monate in der wunderschönen Großstadt Heidelberg und bemerke immer mehr, wie viel Glück ich hatte, mit meinen zwei Katzen ein Zuhause in Heidelberg zu finden. Denn in letzter Zeit merke ich, dass der gesamte Wohnungsmarkt dort sehr angespannt ist, auch auf WGs bezogen.

Auf die Idee, über den Heidelberger Wohnungsmarkt einen Blogartikel zu schreiben, hatte mich die ARD-Sendung Panorama gebracht. Diese wurde erst vor einer halben Woche in einer großen Facebook-Gruppe geteilt, hatte aber ganz deutlich gemacht, dass in Heidelberg etwas schiefläuft!

So sind 87 % der angebotenen Heidelberger Wohnungen viel zu teuer, liegen also klar über dem festgelegten Mietspiegel. Dagegen sind es in Hamburg nur 41 % der Wohnungen, die zu teuer angeboten werden. Oft wird die Ausnahmeklausel missbraucht: Wer umfassend modernisiert, kann seine Wohnung über dem erlaubten Mietspiegel anbieten, da gibt es dann keine Grenze. So wird eine energetische Dämmung oder ein zweites, neues Bad als solche Maßnahme eingestuft.

Sehr oft wird aber eine Instandsetzung als Sanierung dargestellt. Bei einem Angebot auf Immobilienscout24 wird eine 30,5 m² Wohnung im Heidelberger Stadtteil Rohrbach für stolze 470 Euro angeboten und stellt natürlich nur die Kaltmiete da. Und nein, das ist kein Neubau, sondern ein vierstöckiges Wohnhaus und es müsste ungefähr eine Außenfassade aus den 70- oder 80-er Jahren haben. Die Fenster wurden auch nicht erneuert. Laut des Anbieters der Wohnung wurden die Wände nur angestrichen, ein neuer Boden eingebaut, das Bad umgebaut und eine billige Küche mit reingestellt. Pro Quadratmeter reden wir von einer Kaltmiete von 15,40 Euro – eine Wuchermiete. Denn für diesen Preis pro Quadratmeter bekommt man auch eine Wohnung im Neubau!

Defacto werden fast alle Wohnungen in Heidelberg aktuell zu Wuchermieten angeboten. Denn 87 % ist eine klare Aussage und schreit nach einer notwendigen Wohnwende in Heidelberg.

Natürlich hat man in Heidelberg viel unternommen, aber der neue Stadtteil Bahnstadt ist vielleicht für manche Menschen modern, schlicht und hip, aber für andere einfach hässlich. Der Stadtteil hat in den letzten fünf Jahren nur 3.500 Wohnungen für die obere Einkommenshälfte geschaffen.

Einzig die zwei großen, laufenden Wohnungsprojekte „US Hospital“ und „Mark-Twain-Village & Campbell Barracks“ sind die ersten richtigen Schritte zur Entspannung des Wohnungsmarktes, aber das reicht nicht aus. 1.280 preiswerte Wohnungen bis 2023 sind da nicht genug.

Allein bei der städtischen Wohnungsgesellschaft stehen 2.000 Haushalte auf der Interessentendatei und es gibt pro Jahr nur 500 freie Wohnungen. Dabei sind es nur Haushalte, die schon zwei Jahre in Heidelberg wohnen und somit Zugezogene erstmal ihr erstes Zuhause in Heidelberg zwei Jahre halten müssen, bevor sie sich bei der städtischen Gesellschaft bewerben können. Insgesamt verfügt die Gesellschaft über 7.100 Wohnungen. Bis Ende 2019 gab es 77.100 Wohnungen in Heidelberg, womit knapp die 10 % Marktanteil verfehlt wurden.

Um aktiv eine Wohnwende in Heidelberg zu erreichen, muss erstens der Anteil der städtischen Wohnungen auf einen Marktanteil von 15 % kommen. Zweitens müssen auch genauso viele preisgünstige Mietwohnungen entstehen wie damals in der Bahnstadt. Heidelberg soll ja keine Großstadt nur für Menschen der oberen Einkommenshälfte sein, sondern auch für den Otto Normalverbraucher. Die Bemühungen für preisgünstige Mietwohnungen müssen daher verdreifacht werden, damit die Wuchermieten beim Altbau keine Chancen mehr haben und man sollte überlegen, wie man Wuchermieten beim Altbau als Stadt verbieten kann.

Ich werde daher bei der „Bürgeraktion Wohnwende Heidelberg“ mitmachen und den Einwohner-Antrag mitunterschreiben, ebenso wie 2.000 weitere Heidelberger Bürger. Die Aktion findet ihr dort: wohnwende-heidelberg.de

Und wie seht ihr das? Haben wir Wuchermieten in Heidelberg? Was könnte man dagegen unternehmen? Habt ihr Erfahrungen mit dem Heidelberger Wohnungsmarkt?

Quellen: ARD-Sendung Panorama, Bürgeraktion Wohnwende Heidelberg

Übrigens bin ich auch auf Instagram aktiv: @PenelopeFrankT