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Meine erste Therapiesitzung in Heidelberg mit einigen Erkenntnissenin 4 Minuten gelesen

Schon bei der ersten Psychotherapiesitzung in meiner neuen Heimat in Heidelberg gab es durch die Therapeutin eine erste Erkenntnis: Als Kind war ich schon einmal sozial isoliert gewesen und dadurch wurde mir einiges klar. Ein Erfahrungsbericht von Penelope.
 Etwas Privates  

Immerhin bin ich ausnahmsweise pünktlich zum Termin gekommen. Allein aus diesem Grund müsste man feiern, denn eigentlich komme ich sehr selten pünktlich. Ich bin nämlich dafür bekannt, eher unpünktlich als pünktlich zu kommen. Nicht ohne Grund renne ich meistens der Zeit hinterher.

Nun zu meiner ersten Psychotherapiesitzung in meiner neuen Heimat Heidelberg. Bei dieser Sitzung habe ich nochmal meine Frage bezüglich der Hormontherapie gestellt. Diesmal habe ich die Frage genauer gestellt, um die fehlenden Schritte zur Hormontherapie etwas voran zu treiben. Es stellte sich Folgendes heraus: Ich werde bei meiner Psychotherapeutin nur die Therapie machen, sie wird mir kein Gutachten bzw. keine Diagnose bezüglich der Hormontherapie ausstellen, sowas macht sie nicht. Sowas macht sie generell nicht, sagte sie. Ich gehe davon aus, dass eine ausführliche Diagnose für eine Hormontherapie notwendig ist und dies nicht jeder Psychotherapeut macht. Ist immerhin mit viel Arbeit verbunden. Und für eine ausführliche Diagnose ist meine Psychiaterin eher geeignet.

Deshalb werde ich also über eine Neurologin/Psychiaterin weitere Schritte wie das Gutachten bzw. die ausführliche Diagnose anstreben. Wahrscheinlich werde ich von ihr die Diagnose bekommen und werde dann damit zur Denn letztere hat Erfahrungen mit Transsexuellen und kann dadurch die Hormontherapie perfekt beginnen. Außerdem müssen für diese Therapie einige Voruntersuchungen durchgeführt werden, welche nur Fachärzte umsetzen können.

Wieder zurück zu meiner ersten Psychotherapiesitzung in meiner neuen Heimatstadt Heidelberg. Bei der ersten Sitzung ging es um meine Vergangenheit, genauer gesagt nur um meine Kindheit. Lach. Also bis zu meinem 13. Lebensjahr, als ich meine Pflegemutter verlassen musste.

Bis zu meinem 8. Lebensjahr habe ich bei meiner Mutter gelebt, danach war ich aufgrund eines Sprachfehlers ein Jahr lang im Sprachheilzentrum in Meisenheim und erst dann bei meiner Pflegemutter. Letztere waren die vier schönsten Jahre meines Lebens.

Meine Erinnerung an die Kindheit ist dabei sehr schwach. Sie fängt erst ca. ab meinem 7. Lebensjahr an. Wer weiß, wieso meine Erinnerung nicht weiter zurück reicht. Mit den meisten Menschen – zumindest mit denen ich geredet habe – hat die Erinnerung um das 4. Lebensjahr herum angefangen.

Da ich sozial isoliert war, mich mit mir selbst beschäftigt habe und somit kaum reden musste, vermute ich, dass es an der Kommunikation lag. Vielleicht wird durch Redenlernen das Gehirn so trainiert, dass man sich mehr merken kann.

Die ersten Erkenntnisse zum Start der Therapiesitzungen in Heidelberg:

Die soziale Isolation bis zu meinem 8. Lebensjahr hat bestimmt indirekt bis zu meinem heutigen Leben gewisse Folgen gehabt. Schon in der Grundschule als ich mit 9 endlich richtig eingeschult wurde, hatte ich es auch nicht einfach. Weil man mich akustisch nicht verstehen konnte, hatte ich zwar sehr wenig Freunde, aber immerhin mehr echte Freunde als in der heutigen Zeit.

Ob ich in dieser Zeit viel Ablehnung in der Schule gespürt habe? Hm, keine Ahnung. Bei meiner Pflegemutter auf keinen Fall, sie hatte mit mir sehr viel unternommen. Aber vielleicht in der Grundschule. Beantworten kann ich es nicht, ist nämlich nur eine Vermutung und bin mir da unsicher

Und was meine ich mit den indirekten Folgen? Bis jetzt dachte ich, dass ich durch den Aufenthalt im betreuten Wohnen ab meinem 13. Lebensjahr mein Verhalten geändert hatte. Nämlich, dass ich mich so verhalten habe, wie Mitmenschen es von einem erwarten. Also nicht überall, aber schon in manchen Situationen, zum Beispiel, dass man als junger Mann keine Damen-Outfits anzieht – das gefällt der Gesellschaft nicht.

Noch einen Gedanken habe ich. Der würde erklären, wieso ich in den letzten Jahren wegen der Einsamkeit krank geworden bin und immer stärker den Drang hatte, nicht allein sein zu wollen. Erst durch die Anmerkung der Psychotherapeutin wurde mir auch klar, dass die soziale Isolation bis heute Folgen für mein zwischenmenschliches Verhalten hat.

Diese Erkenntnis werde ich in die nächste Therapiesitzung mitnehmen. Bis dann, eure Penelope.